partnerbörsen im test 2011
Den letzten Test von Partnervermittlungen im Netz führte die Stiftung Warentest ab dem vorletzten Quartal 2010 durch, im Februar 2011 wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Die Stiftung geht dabei seit vielen Jahren so vor, dass sich freiwillige, tatsächlich partnersuchende Testpersonen bei einer Singlebörse anmelden und ernsthaft ein halbes Jahr lang nach einem Partner suchen. Das Testergebnis fällt daher relativ realistisch aus.
Was wurde getestet?
Jeder Test unterliegt bestimmten Kriterien. Die Warentester wissen im Grunde, was sie tun, sie bewerteten:
-Preis
-Usability
-Vertragsabwicklung
-Support
-Umgang mit Nutzerdaten
-Allgemeine Geschäftsbedingungen
Das Fazit zuerst: Es gibt nach wie vor unseriöse Anbieter, selbst unter denen, die schon weit länger als ein Jahrzehnt am Markt sind. Am meisten wurden Fakes bemängelt, gefolgt von Datenschutz und mangelhaften AGBs. Nur die Fakes sind dabei branchentypisch, der Datenschutz und Allgemeine Geschäftsbedingungen sind Phänomene, mit denen sich jedes Portal im Netz und sogar außerhalb des Netzes auseinandersetzen muss. Wenn man einschlägige Foren studiert, die das Thema zum Diskussionsgegenstand haben, werden diese Punkte hingegen weit seltener thematisiert. In einem einzigen Fall war ein Nutzer anzutreffen, der über eine Abo-Variante einer Partneragentur klagte, also die stillschweigende Vertragsverlängerung, die man im “Kleingedruckten” leicht übersehen konnte. Im Grunde ist das heute selten geworden. Vor zehn Jahren noch waren SMS-Abos an der Tagesordnung, die gerade von jungen Nutzern nicht leicht durchschaut wurden und zu Kostenfallen führten, zumal der Nutzen gegen null ging. Die SMS wurde von Networkern beantwortet, keinesfalls von einer flirtenden Partnerin. Solche Angebote scheint es im Jahr 2011 nicht mehr zu geben. Wer heute eine Singlebörse im Netz betreibt, muss ein seriöses Geschäftsgebaren an den Tag legen.
Singlebörse oder Partnervermittlung?
Man unterscheidet zwischen den Agenturen, im klassischen Sinne Partnervermittlungen, die gezielt Partnerverschläge unterbreiten, und der reinen Singlebörse, bei der sich Nutzer mit ihrem Profil eintragen und dann selbstständig die Initiative ergreifen. Die Partnervermittlungen sind etwas teurer und scheinen einen Tick wirksamer zu sein. Offensichtlich verlassen sich die Kunden wirklich auf die Partnervorschläge, und vielleicht sind die vorausgegangenen Persönlichkeitstests tatsächlich effektiv und aussagekräftig. Die Usability scheint überall inzwischen einheitlichen Standards zu folgen, es sind kaum Qualitätsunterschiede im Layout (aus Sicht der Tester) festzustellen.